Feuerwehrgeschichte(n)

Historisches, Geschichten und Videoaufnahmen zur Freiwilligen Feuerwehr Oerie

Geschichte der Feuerwehr

Die Chronik von 1996

Die Chronik von 1996 gibt es auf einer Extra-Seite.

Die Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr von 1896 bis heute

Vom Wehrführer zum Ortsbrandmeister… Eine kurze Darstellung aller 12 Leiter der Feuerwehr

Historische Gruppenfotos

Eine Auflistung von alten Gruppenfotos der Oerier Feuerwehr


Geschichten der Feuerwehr

„Achtundvierzig Jahre in Feuerwehruniform“

Günter Klaproth berichtet von seinem Einstieg in die Feuerwehr. Er ist 1968 zusammen mit Heinrich Eicke (Turmstr. 3), Gerd Wilhelm, Gotthard Hielscher und Peter Mislisch in die Oerier Feuerwehr eingetreten. 

Endlich 16…..

Endlich 16 – auf der Jahreshauptversammlung der Oerier Feuerwehr im Januar 1968 wurden wir zu fünft als Feuerwehrmann-Anwärter in die Oerier Feuer- wehr aufgenommen. Da zu dieser Zeit die Gründung einer Jugendfeuerwehr noch in weiter Ferne lag, betrug das Mindesteintrittsalter für den aktiven Dienst 16 Jahre. Für die meisten Jungen unseres Alters war es selbstverständlich, frühestmöglich in die Feuerwehr einzutreten – wir wollten dabei sein. 

Übungspause. Von links: Günter Klaproth, Siegfried Wilhelm, Gotthard Hielscher, Peter Mislisch, Gerd Wilhelm, Manfred Jahnke

Es war für uns einer der ersten Schritte ins Erwachsenenleben. Wir fingen ja auch nicht bei null an. Bereits als Kinder und Jugendliche waren wir als Zuschauer bei den Übungsterminen der Oerier Wettkampfgruppen und selbstverständlich bei den Unterkreiswettkämpfen dabei.

Die ersten Wettkämpfe

Nach erfolgreicher Absolvierung des Feuerwehrgrundlehrganges wurden wir in die Gruppe 2 der Oerier Feuerwehr integriert. Und die Gruppe 2 war nicht schlecht! Mit unserem Gruppenführer Karl-Heinz (Kalle) Schmidt gewannen wir etliche Wettkämpfe im damaligen Unterkreis 7 und auch bei anderen Wehren in der näheren Umgebung. Anfangs wurden wir oft vom Publikum belächelt, wenn wir mit unserem TSA (Tragkraftspritzenanhänger) hinter einem Traktor oder mit der Spritze und den Schläuchen auf dem VW-Bulli unseres ortsansässigen Maurermeisters Hans Schulz zum Wettkampf anrückten. Doch nach erfolgreich und schnell absolvierter Einsatzübung schlug der gutmütige Spott oftmals in ehrliche Anerkennung um. Es war schon eine schöne Zeit! Als kleine Ortsfeuerwehr hatten wir glücklicherweise nicht so viele Einsätze. In den Jahren 1968 bis Februar 1974, als im Rahmen der Gebiets- und Verwaltungsreform auch die Gemeinde Oerie und sechs weitere umliegende Gemeinden mit der Stadt Pattensen zur Einheitsgemeinde Stadt Pattensen zusammengeschlossen wurden, hatten wir zwei Brandeinsätze in Oerie.

Der erste Einsatz

Der erste Einsatz war ein durch Blitzeinschlag ausgelöster Dachstuhlbrand auf dem Kornboden des Landwirts Heinrich Eicke. Dieser Brand konnte jedoch bereits kurz nach dem Entstehen gelöscht werden, sodass zum Glück nur ein begrenzter Schaden entstand. Der zweite Brandeinsatz war weitaus spektakulärer. Am 15. Juni 1970 nachmittags brach im Schafstall des Landwirts Heinrich Mensing ein Feuer aus. Unsere Wehr übernahm zusammen mit den Feuerwehren Pattensen, Hüpede, Bennigsen und Lüdersen die Brandbekämpfung. Trotz vereinten Bemühens konnte der Schafstall jedoch nicht gerettet werden – er brannte vollständig aus. Ein Übergreifen des Feuers auf das benachbarte Wohnhaus konnte zum Glück abgewehrt werden. In der darauf folgenden Nacht übernahmen wir schichtweise die Brandwache, um die immer wieder aufflammenden Schwelbrände zu löschen. Außerdem wurden wir mehrmals alarmiert, um bei Unwettern mit wolkenbruchartigen Regenfällen überschwemmte Keller auszupumpen.

Die belastendsten Einsätze

Die am schwersten belastenden Einsätze waren jedoch die Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden auf dernahen B3. Zum Glück war ich persönlich bei solchen Einsätzen nur selten  dabei, aber allein die Berichte der Kameraden, die im Einsatz beteiligt waren, berührten mich schon sehr. Rückblickend nach gut fünfundvierzig Jahren stelle ich ohne Abstriche fest, dass ich meine damalige Entscheidung, der Oerier Feuerwehr beizutreten und dabei zu bleiben, nie bereut habe. Ich möchte die Wettkämpfe (mit anschließender Pokalein- weihung bzw. Manöverkritik bei Mutter Engelke), die Übungsabende (mit Abschluss an gleicher Stelle), die Feuerwehrdienste, Festausmärsche und Kommersveranstaltungen bei den Feuerwehrfesten der befreundeten Wehren und vor allem bei unseren eigenen Feuerwehrfesten und -veranstaltungen, aber auch die gewonnenen Erfahrungen bei den Einsätzen nicht missen!


Osterfeuer und Pfingsten hinter dem Oerier Wald – Eine Oerier Tradition

Friedel Klaproth erzählt aus seiner Erinnerung, wie der Pfingstfrühschoppen und das Osterfeuer zu einer Oerier Tradition geworden sind.

„Pfingsten bleibt die Küche kalt – wir gehen in den Oerier Wald“

Jedes Jahr am Pfingstsonntag zieht es die Einwohner aus Oerie sowie zahlreiche Gäste aus Hüpede und der Umgebung zum sogenannten Pfingstfrühschoppen in den Oerier Wald. Aber es ist nicht nur ein Frühschoppen, sondern ein Tag für die ganze Familie.

Morgens um 10:00 Uhr versammelt sich die Feuerwehr im Wald zum Aufbau von Tischen, Stühlen und Bänken sowie Getränketresen und Grillstation. Sehr gelegen kommt dazu die Schutzhütte, die die Landjugend in einer 72-Stunden- Aktion 2011 dort errichtet hat und in der nun der Grill aufgestellt wird.

Die Veranstaltung beginnt mit dem Frühschoppen, bei dem noch die meisten Besucher männlich sind, aber hin zur Mittags- und Kaffeezeit ändert sich dies und Familien beherrschen das Bild. Am Nachmittag gibt es Kaffee, Kuchen und viele Torten, die von den Frauen der Oerier Dorfgemeinschaft gebacken und angeboten werden. Seit 2013 sorgt der Musikzug Schulenburg für musikalische Unterhaltung.

Wie hat alles begonnen ?

Es muss in den 1950er Jahren gewesen sein, als sich jeden Pfingstsonntag morgens um 4:00 Uhr einige Oerier Männer zu Fuß in Richtung Wald aufmachten, um in den frühen Morgenstunden den Frühling zu genießen, wenn die Sonne aufgeht und sich der Morgendunst verzieht. Pfingsten ist die Zeit, in der sich die Natur von ihrer schönsten Seite zeigt. Nach einer kurzen Wanderung wurde sich dann auf einen Baumstamm gesetzt, Mettwurst und Schnaps aus dem Rucksack geholt und gefrühstückt.

Im Laufe der Jahre brachte dann Schlachtermeister Heinrich Hake seinen Grill und einige Kästen Bier mit und aus Mettwurst und Schnaps wurde Bratwurst und Bier. Auch Hüpeder Männer waren schon früh unterwegs und man traf sich hinter dem Oerier Wald. Einige Jahre später, mittlerweile gab es schon die ersten Tische und Bänke im Wald, hat dann Gastwirt Willi Apel aus Hüpede für einige Jahre die Getränkeversorgung übernommen. Die Bratwürste und Steaks kamen aber weiterhin von Heinrich Hake, nun allerdings von einem größeren Grill.

Mit den Jahren hat sich der Beginn des Frühschoppens immer weiter in den Tag hinein verschoben und Pfingsten ist zum Familientag geworden, der nun gemeinsam von der Oerier Feuerwehr und den Frauen der Oerier Dorfgemeinschaft veranstaltet wird.

Im folgenden kann man ein paar Bilder vergangener Frühschoppen sehen:

Das Osterfeuer 

Eine weitere ebenso lange Tradition hat das Oerier Osterfeuer. Bis in die 1960er Jahre fand das Osterfeuer am Ostersonntag statt und nicht wie heute hinter dem Oerier Wald, sondern am Osterfeuerweg, dem Feldweg zwischen dem Ortsausgang und der B3. Allerdings war der Platz dort so beengt, dass es häufig zu Schäden auf den angrenzenden Ackerflächen kam und das Osterfeuer dort nicht mehr stattfinden durfte.

Bild links: 

Oerier Jungen in den 1960er Jahren ziehen eine Fuhre Strohballen zum Anfachen des Osterfeuers. Oben: Gerd Wilhelm, Siegfried Wilhelm. Mitte: Günter Klaproth, Heinz Mensing, Rainer Mensing. Vorn: Manfred Schneider, Gotthard Hielscher, Friedel Klaproth.

Die genauen Erinnerungen, wie es dann weiterging, unterscheiden sich. Zunächst wurde das Osterfeuer wohl für ein oder zwei Jahre danach auf den „Langen Kamp“ jenseits der B3 verlegt und dann leider eingestellt. Vermutlich war der Weg dahin zu lang oder auch die B3 zu nahe dran. Einige Jahre später erinnerten sich die mittlerweile erwachsenen Feuerwehrmänner an das Osterfeuer aus ihrer Kinderzeit und sie wollten es wieder aufleben lassen. Nur es musste ein anderer Platz dafür gefunden werden. Was lag näher, als damit hinter den Wald zu gehen, wo schon der Pfingstfrühschoppen stattfand.

So gibt es wieder jedes Jahr in Oerie ein Osterfeuer, allerdings nun am Ostersamstag und am Fischteichweg hinter dem Oerier Wald.

Im folgenden ein paar ausgewählte Aufnahmen des Oerier Osterfeuers:


Videos von der Oerier Feuerwehr

Aufnahmen von einem Feuerwehrfest aus den 1950ern, dem „Pumpengeburtstag“ 1993 und dem großen Umzug zum 100. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr gibt es auch auf Oerie.de zu sehen:

Feuerwehrumzug 1996 – 100 Jahre Oerier Feuerwehr
1993 – „Pumpengeburtstag“
Feuerwehrfest 1958